Transkulturelle Empathie

Warum viele deutsche Kulturbetriebe im internationalen Kontext Nachholbedarf haben

Ein Beitrag von Gernot Wolfram

 

Der andere Blick auf kulturelle Fähigkeiten

Die aktuelle Flüchtlingsdebatte in Deutschland hat die Frage nach der Integration verschiedener Kulturen wieder zentral in den Mittelpunkt gerückt. Dabei zeigt sich, dass der Begriff Integration bereits problematisch ist. Er geht häufig von der Idee einer gemeinsamen Wertebasis für Fremde aus, die häufig mehr Wunschdenken als erreichbare Realität ist. Deutlich wird das beispielsweise in der allgegenwärtigen Forderung nach einem raschen deutschen Spracherwerb der Neuankömmlinge. Aus einer transkulturellen Perspektive müsste die Forderung jedoch möglicherweise anders lauten: Deutsch lernen und die Herkunftssprache und -kultur weiter auf hohem Niveau pflegen gehören zusammen, befruchten einander und können zu einem transkulturellen Reichtum führen. Es geht hier also grundsätzlich um die Frage nach Beteiligung und Teilhabe, nach Identität und Sichtbarkeit von unterschiedlichen Menschen und ihren Fähigkeiten in einem bestimmten kulturellen Kontext. Wie wird aus einem „Wir schaffen das“ ein „Wir und sie schaffen das gemeinsam“? Diese Fragen stellen sich nicht nur der Gesellschaft als Ganzem, sondern eben auch den Kulturbetrieben im Besonderen, sofern sie den Anspruch haben, Kultur nicht nur für Einheimische zu gestalten, sondern eben für alle, die in Deutschland leben. (vgl. Deutscher Kulturrat 2015). [...]

 

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